Die meisten Untersuchungsergebnisse kann ich Ihnen gleich nach der gynäkologischen Untersuchung bekannt geben und wir können auch gleich ein weiteres Vorgehen besprechen. Eine umfassende Beschreibung von allen möglichen auffälligen Untersuchungsergebnissen sprengt natürlich bei weitem den Rahmen unserer Homepage. Trotzdem möchte ich in diesem Kapitel die häufigsten für Sie auflisten.
Zytologische, bakteriologische, histologische und Blutuntersuchungen werden außer Haus gemacht und es dauert einige Tage bis zwei Wochen, bis die Befunde bei uns einlangen. Bei einem auffälligen Fremdbefund werden Sie von mir schriftlich verständigt und gebeten, mit der Ordination Kontakt aufzunehmen und einen Termin für weitere Untersuchungen oder eine Besprechung zu vereinbaren. So ein Schreiben wird oft als beunruhigend empfunden. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich vorab zu informieren, was hinter der Verständigung steckt. Nur in dringenden Fällen, wenn ein schnelles Eingreifen notwendig ist, versuchen wir Sie auch telefonisch zu erreichen. Wenn Sie beunruhigt sind oder Näheres wissen wollen, können Sie mich natürlich auch anrufen oder zu einer Besprechung vorbeikommen.
Bei der Kolposkopie bietet sich bisweilen ein nicht ganz der Norm entsprechendes Bild, meist hervorgerufen durch das Vorhandensein von abnormen, aber gesunden Zellen. Manchmal können aber auch atypische, krankhafte Zellen dahinterstehen. Mit einer Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung kann die genauere Abklärung erfolgen, manchmal empfehle ich auch halb- statt ganzjährige Kontrollen. Verändert sich das kolposkopische Bild über mehrere Jahre nicht, so ist es als unverdächtige Normvariante einzustufen.
Bei einer Ektopie handelt es sich um eine Ausstülpung von Gebärmutterhalsschleimhaut auf die Muttermundoberfläche. Sie hat keinen Krankheitswert, führt aber manchmal zu vermehrtem Ausfluss und Blutung nach einem Geschlechtsverkehr. Sie kann, wenn es als störend empfunden wird, verödet werden, bedarf aber sonst keiner Therapie.
Myome sind eine häufiger Untersuchungsbefund bei reiferen Frauen. Es handelt sich dabei um gutartige bindegewebige Tumore, die in jeder Schicht der Gebärmutter eingelagert sein können. Bei einer gewissen Größe oder ungünstiger Lage können Myome Unterbauchbeschwerden, Schmerzen während der Menses und verstärkte Monatsblutungen hervorrufen. Das Wachstum von vorhandenen Myomen sollte mittels Vaginalultraschall kontrolliert werden. Bei Beschwerden oder schnellem Wachstum muss eine Operation in Betracht gezogen werden.
Zysten sind eine relativ häufiger Untersuchungsbefund bei jüngeren Frauen. Meist handelt es sich dabei um sogenannte funktionelle Zysten, das sind Eibläschen, die herangewachsen, aber nicht gesprungen sind. Die meisten funktionellen Zysten gehen mit der nächsten Monatsblutung von selbst weg, manchmal ist eine Hormontherapie notwendig. Zysten sollten etwa nach 6 Wochen, unmittelbar nach einer Monats- oder Abbruchblutung kontrolliert werden. Wenn Zysten länger bestehen bleiben oder eine auffällige Struktur aufweisen, muss eine weitere operative Abklärung erfolgen.
Bei der Untersuchung des Vaginalsekrets kann ich manchmal eine veränderte Zusammensetzung der natürlichen Vaginalflora feststellen. Wenn bestimmte Bakterien- oder Pilzstämme überwiegen, sollte eine Therapie erfolgen, auch wenn noch keine Beschwerden aufgetreten sind. Meist reicht eine lokale Therapie aus, manchmal ist auch die Einnahme von Medikamenten notwendig.
Condylome sind kleine Warzen im Genitalbereich, die durch eine Virusinfektion entstehen und beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Vereinzelt auftretende Condylome können ambulant abgetragen oder mit einer ätzenden Lotion behandelt werden. Bei massivem Befall ist eine stationäre Aufnahme mit operativer Entfernung notwendig. Die Ansteckungsgefahr für den Geschlechtspartner muss immer in Betracht gezogen werden.
Da geht es meistens um eine Kontrolle der Toxoplasmoseantikörper. Wenn bei der ersten Blutabnahme Antikörper gegen die Toxoplasmose festgestellt werden und noch keine Vorbefunde vorhanden sind, ist eine zweite Blutuntersuchung im Abstand von mindestens 10 Tagen zur ersten notwendig. Damit kann herausgefunden werden, ob es sich um eine frische Toxoplasmoseinfektion, oder um eine schon früher durchgemachte Infektion handelt, die zu entsprechender Immunität geführt hat. Falls Sie in einem älteren Mutter-Kind-Pass, der nicht bei uns ausgestellt wurde, einen positiven Toxoplasmosetiter eingetragen haben, rufen Sie uns am besten an. Dann ist eine Altinfektion sichergestellt und wir können uns eine weitere Blutuntersuchung ersparen. Auch wenn kein Vorbefund vorliegt, wird bei der zweiten Blutuntersuchung meistens die Immunität festgestellt, in seltenen Fällen aber auch eine Frischinfektion. In diesem „schlimmsten“ Fall müssen Sie während der ganzen Schwangerschaft Antibiotika einnehmen, damit das Ungeborene nicht angesteckt wird und dadurch Schäden erleidet. Bei einer ausreichend therapierten Mutter gibt es nach derzeitigem Wissensstand keine erhöhte Fehlbildungsrate des Kindes, hervorgerufen durch die Toxoplasmoseinfektion.
In diesen Fällen hat sich bei einem vorhergegangenen Zuckerbelastungstest ein grenzwertiger oder krankhafter Wert gezeigt, dem weiter nachgegangen werden muss. Wenn der 1 Stundenwert des Glukosetoleranztests einen Grenzwert überschreitet, wird Ihnen eine „Diabetikerdiät“ verordnet und der Test wird wiederholt. Wenn sich dann ein Schwangerschaftsdiabetes bestätigen sollte, sollte mit einer Insulinbestimmung im Fruchtwasser untersucht werden, ob das Ungeborene mithelfen muss, diese Stoffwechselentgleisung zu korrigieren. Im schlimmsten Fall ist eine Insulintherapie der Mutter notwendig, um eine Gefährdung des Kindes zu verhindern. Entsprechende Aufklärung und Diät reichen aber in den meisten Fällen aus. Übrigens sind Frauen, die unter einen Gestationsdiabetes leiden, auch stärker gefährdet in höherem Alter einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln. Sie sollten also dem Thema Zuckerkrankheit immer sehr aufmerksam gegenüberstehen.
Bei einer besonderen Neigung zu Frühgeburtlichkeit und/oder anhaltenden Entzündungen können spezielle bakteriologische Abstrichuntersuchungen notwendig sein. Wenn darauf ein auffälliger Befund eintrifft, werden Sie verständigt, um Ihnen antibakterielle Medikamente zu verordnen. Die Therapie saniert den Geburtskanal und beugt einer Frühgeburt vor, ohne ihr Kind zu beeinträchtigen.
Der Abstrichbefund ist zwar nicht verdächtig, aber aus irgendwelchen anderen Gründen nicht klar beurteilbar, sodass eine kürzerfristige Kontrolle von Vorteil ist (Ergebnis PAP 0 oder IIW). Sie sollten sich deswegen keine Sorgen machen, aber das vorgegebene Intervall einhalten. Falls Sie verunsichert sind oder zusätzliche Fragen haben, rufen Sie uns einfach an. Auch hier finden Sie weitere Information über die Klassifikationen von Abstrichbefunden.
Der Abstrichbefund ist zwar nicht verdächtig, aber z.B. wegen einer vorliegenden Entzündung nur eingeschränkt beurteilbar und sollte nach vorangegangener Therapie wiederholt werden. Entweder es wurde schon bei der Erstuntersuchung eine Entzündung festgestellt und Sie haben ein Rezept für die Behandlung mitbekommen oder die Entzündung wurde erst bei der zytologischen Untersuchung bemerkt. Im zweiten Fall bekommen Sie mit der Benachrichtigung auch ein Rezept für die Therapie mit der entsprechenden Erläuterung zugesandt. Falls Sie verunsichert sind oder zusätzliche Fragen haben, rufen Sie uns einfach an. Auch hier finden Sie weitere Information über die Klassifikationen von Abstrichbefunden.
Bei einem PAP III, IIID, IV oder V ist die Entnahme einer Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung für die weitere Abklärung von Nöten. Das Ergebnis des feingeweblichen Befundes bestimmt dann das weitere Vorgehen. Auch hier finden Sie weitere Information über die Klassifikationen von Abstrichbefunden.
Wenn Sie so eine Benachrichtigung erhalten, ist der histologische Befund von einer vorangegangenen Gewebeentnahme eingelangt und es müssen weitere Schritte gesetzt werden. Das können entweder regelmäßige, kürzerfristige Abstrich- und/oder Gewebekontrollen sein, oder es ist ein operativer Eingriff notwendig. Falls Sie verunsichert sind oder zusätzliche Fragen haben, rufen Sie uns an, Sie werden kurzfristig einen Gesprächstermin erhalten. Hier finden Sie zusätzliche Informationen über die möglichen Ergebnisse histologischer Untersuchungen.
Es konnten Bakterien nachgewiesen werden und es muss eine antibakterielle Therapie durchgeführt werden. Bei der Besprechung bekommen Sie das Rezept und ich erkläre Ihnen weitere Verhaltensweisen.
Erfolgte die Blutabnahme wegen des Verdachts auf eine Entzündung, bedeutet so eine Verständigung meist, dass eine medikamentöse Therapie notwendig ist. In seltenen Fällen kann ein Schwangerschaftshormon erhöht sein und es muss durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden, ob nicht eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft besteht.
Erfolgte die Blutabnahme wegen einer Hormonuntersuchung, wurden Werte außerhalb der Norm gefunden, die entweder eine Medikamenteneinnahme und/oder eine weitere Abklärung erfordern.
Machen Sie sich keine Sorgen, einige Veränderungen in der Brustdrüse müssen im zeitlichen Verlauf beobachtet werden, um die Gutartigkeit zu bestätigen. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin bei Ihrem Radiologen und nehmen Sie unbedingt die Röntgenbilder der vorangegangenen Mammographie mit.
Die meisten Veränderungen in der Brustdrüse sind gutartig, manchmal lässt sich eine klare Aussage aber nur treffen, wenn eine histologische Untersuchung vorliegt. Ein gut tastbarer Knoten kann schonend biopsiert werden und je nach dem feingeweblichen Befund wird über das weitere operative Vorgehen entschieden. Bei Veränderungen, die nur im Röntgen sichtbar sind, wird der verdächtige Bezirk unter Mammographiekontrolle markiert und dann chirurgisch entfernt.
© Dr. Walter Paulik 2002-2006
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