Die gynäkologische Untersuchung





Allgemeines zur gynäkologischen Untersuchung


Wenn Sie zu einer gynäkologischen Untersuchung kommen wollen, vereinbaren Sie bitte telefonisch oder persönlich einen Untersuchungstermin. Wir sind sehr bestrebt, lange Wartezeiten in der Ordination zu vermeiden. Das ist nur mit einer straffen Organisation möglich. Wenn Sie akute Beschwerden haben, ist es natürlich auch möglich, unsere Ordination ohne Termin aufzusuchen, dann müssen Sie aber unter Umständen eine längere Wartezeit in Kauf nehmen. Auch im Akutfall wäre es uns lieber, Sie würden zuvor anrufen, wir können ungefähr einschätzen, wann ein "Dazwischenhineinnehmen" möglich sein wird. Halten Sie bitte Ihre Termine pünktlich ein, vor allem aus Rücksicht auf die anderen Patientinnen, die sonst vielleicht wegen Ihnen länger warten müssen. Falls Sie Ihren Termin nicht einhalten können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, er kommt vielleicht jemandem mit Beschwerden zugute.

Am Beginn Ihres Aufenthalts in der Ordination steht eine Aufnahme bzw. Überprüfung Ihrer Stammdaten. Namens-, Adress-, Versicherungsänderungen geben Sie bitte bekannt, damit unsere Kartei auf dem aktuellen Stand ist. Danach wird die Anamnese erhoben, d.h. Sie werden nach zurückliegenden gesundheitlichen Vorkommnissen und aktuellen Beschwerden befragt. Wenn Sie mit der Sprechstundenhilfe nicht über Ihre Probleme sprechen wollen, wird das natürlich auch akzeptiert. Sie sollten nur darauf achten, dass Sie in der Untersuchungssituation nicht darauf vergessen, sie auch zur Sprache zu bringen. Wir arbeiten mit einem vernetzten Computersystem, jede Information, die von der Sprechstundenhilfe in Ihre Kartei eingetragen wird, kann von mir zeitgleich im Untersuchungs- oder Sprechzimmer abgerufen werden. Sie selbst können natürlich auch jederzeit in Ihre Kartei einsehen.

Wenn die Anamnese abgeschlossen ist, nehmen Sie bitte im Wartezimmer Platz. Sie werden von meinen Mitarbeiterinnen erfahren, wie lange noch ungefähr zu warten ist, bitte suchen Sie, wenn nötig rechtzeitig die Toilette auf. Wenn Sie Beschwerden von der Blase her haben oder unter Umständen eine Schwangerschaft besteht, lassen Sie sich zuvor einen Harnbecher geben, den Sie dann in die dafür vorgesehene Durchreiche in der Toilette stellen. Für die Untersuchung ist es günstiger und auch angenehmer für Sie, wenn die Blase entleert ist. Wenn Sie an der Reihe sind, werden Sie von der Sprechstundenhilfe ins Sprechzimmer oder in die Umkleidekabine begleitet. Wenn es nicht um eine reine Befundbesprechung geht, ist es sinnvoller, erst die Untersuchung über sich ergehen zu lassen und das Gespräch anzuschließen, da dann die aktuellen Untersuchungsergebnisse mitberücksichtigt werden können.

Nachdem Sie am Der gynäkologische Stuhl gynäkologischen Stuhl Platz genommen haben, führe ich die Spekula (oder Spiegel) in die Scheide ein, um den Bereich des Muttermundes einzusehen. Nach der kolposkopischen Betrachtung (Kolposkopie) entnehme ich den Zellabstrich (zytologischer Abstrich). In manchen Fällen, nachdem wir es zuvor besprochen haben, entnehme ich auch eine kleine Gewebeprobe (Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung). Danach wird das Spekulum entfernt und die Vaginalsonde für den Ultraschall eingeführt. Sie können am Monitor mitschauen und ich erkläre Ihnen, was zu sehen ist. Die gynäkologische Tastuntersuchung (Palpation) schließt die gynäkologische Untersuchung für Sie ab. Dabei nehme ich auch etwas Vaginalsekret ab, das ich mir dann unter dem Mikroskop (Mikroskopie) genauer ansehe. Wenn es nötig erscheint, schließe ich noch eine Brustuntersuchung an, bei auffälligem Tastbefund oder bei Beschwerden mache ich auch eine Ultraschalluntersuchung der Brust. Danach besprechen wir die Untersuchungsergebnisse, eventuell erforderliche Therapien und wann Sie wieder zu einer Kontrolle kommen sollen. Rezepte, Überweisungen, den Befundbericht für den zuweisenden Arzt oder einen weiteren Untersuchungstermin erhalten Sie dann draußen von der Sprechstundenhilfe.

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Anamnese


Am Beginn jeder Untersuchung steht eine genaue Befragung der Patientin nach vorangegangenen gesundheitlichen Ereignissen und aktuellen Beschwerden. Wenn Sie das erste Mal als Patientin bei mir sind, wird die Anamnese entsprechend ausführlicher ausfallen müssen. Auch länger zurückliegende Vorfälle, wie vorangegangene Operationen oder schwere Erkrankungen, Schwangerschaften und Geburten, Medikamenteneinnahme, Allergien, familiäres Krebsrisiko oder andere gesundheitliche Besonderheiten sollten in der Kartei erfasst sein und geben mir die Möglichkeit, auf die individuellen Verhältnisse besonders einzugehen.

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Kolposkopie


Die Untersuchung mit dem Kolposkop wird von den meisten Patientinnen nicht bewußt zur Kenntnis genommen, ist aber für die Qualität vieler weiterführender Untersuchungen eine wichtige Voraussetzung. Mit dem Kolposkop, das Sie sich als Mischung aus Fernglas und Mikroskop vorstellen können, sehe ich mir bei jeder Untersuchung die Oberfläche des Muttermundes und der Vaginalschleimhaut an. Ich kann dabei entzündliche Reaktionen, gewebliche Veränderungen, Feigwarzen, Polypen oder atypische Zellmuster entdecken und die beste Stelle für die Entnahme des zytologischen Abstrichs oder der histologischen Biopsie wählen. Je nach Inspektionsbefund können weiterführende Maßnahmen wie Ultraschalluntersuchung, Hormonbestimmung oder spezielle bakteriologische Abstriche indiziert werden.

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Mikroskopie


Bei jeder Routineuntersuchung und/oder bei entsprechenden Beschwerden entnehme ich mit einem Wattestäbchen oder einer Holzspatel etwas Vaginalsekret um es im Mikroskop zu betrachten. Dabei kann ich beurteilen, ob ausreichend "gute" Doederleinbakterien vorhanden sind oder ob eine bakterielle Infektion oder eine Pilzentzündung vorliegen. Bei manchen Fragestellungen ist eine weiterführende Untersuchung notwendig, dann wird das Sekret entsprechend aufbereitet an ein bakteriologisches Labor versandt. Diese spezielle Befundermittlung kann 1-2 Wochen dauern.

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Zytologischer Abstrich


Die meisten Frauen, die zur Vorsorge die gynäkologische Praxis aufsuchen tun dies, um einen „Krebsabstrich" machen zu lassen. SpatelnDafür werden nach vorangegangener Inspektion des Muttermundes mit dem Kolposkop gezielt mit einer Holzspatel oder einem Schaumstoffträger oberflächliche Zellen gewonnen und auf ein Glasplättchen aufgestrichen und fixiert. Die Untersuchung des so gewonnenen Materials erfolgt dann in einem spezialisierten zytologischen Labor und wird von erfahrenen Zytologen befundet. Zwischen der Abnahme des Zellabstrichs und dem Eintreffen des Befundes vergehen für gewöhnlich etwa 14 Tagen. Sollte irgendein auffälliges Ergebnis vorliegen, bekommen Sie von mir eine schriftliche Verständigung über die empfohlene weitere Vorgangsweise. Bitte halten Sie die Empfehlungen ein, machen Sie sich aber keine übertriebenen Sorgen. Meist geht es nur um eine Wiederholung der Abstrichabnahme, manchmal muß zur weiteren Abklärung eine kleine Gewebeprobe entnommen werden. Wenn Sie beunruhigt sind oder genaueres wissen wollen, können Sie mich gerne anrufen oder aufsuchen. Durch den zytologischen Abstrich können bereits frühe Vorstufen von bösartigen Veränderungen erkannt werden, die dann zu 100% heilbar sind. Wenn bei der Untersuchung alles „gut ausschaut" ist mit einem ganz schlimmen Abstrichbefund nicht zu rechnen. Sie brauchen also nicht bange auf das Ergebnis zu warten. Wenn keine Auffälligkeiten vorliegen, sollte der Zellabstrich 1x jährlich abgenommen werden, bei Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben (außer die Gebärmutterentfernung war wegen eines Karzinoms notwendig), kann das Intervall auch wesentlich länger sein. Wenn Sie genaueres über die Klassifizierung des Zellabstrichs wissen wollen, klicken Sie hier.

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Gewebeentnahmen zur histologischen Untersuchung


In manchen Fällen erscheint ein zytologischer Abstrich zu wenig aussagekräftig oder es werden kolposkopisch Veränderungen am Gebärmutterhals gesehen, die genauer untersucht werden sollen. Dazu müssen Zellen im Zellverband gewonnen werden, die dann vom Histologen befundet werden können. Mit einer kleinen, scharfen Zange werden nach vorhergehender lokaler Betäubung ein oder mehrere kleine (1-2 mm große) Gewebsstückchen herausgeknipst, die entsprechend konserviert an das histologische Labor eingesandt werden. Die Probenentnahme sollte für Sie schmerzlos ablaufen, es handelt sich dabei aber um eine kleine Operation, die ich immer gesondert mit Ihnen besprechen werde. Ähnlich läuft auch die Abtragung von Feigwarzen oder Schleimhautpolypen ab. Der feingewebliche Befund bestimmt oft, in welchen zeitlichen Abständen Kontrollen erforderlich sind oder ob ein weiterer operativer Eingriff von Nöten ist. Weitere Informationen über mögliche histologische Befunde finden Sie hier.

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Palpation


Die Untersuchung des Unterbauchs mit den Händen stellt auch in Zeiten des Ultraschalls noch eine wichtige Methode dar, um Lage, Größe und Beweglichkeit der Gebärmutter, Druckempfindlichkeit und Größe der Eierstöcke, Lage von Blase und Darm zu beurteilen. Manchmal ist auch ein Tastbefund, der über den Mastdarm erhoben wird (die ungeliebte rektale Untersuchung) notwendig, um bessere Aussagen treffen zu können.

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Ultraschall


Ultraschallgerät Mit der vaginalen Ultraschalltechnik habe ich die Möglichkeit nahe am Organ, Gebärmutter und Eierstöcke sehr gut zu beurteilen. An der Gebärmutter sehe ich die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, Größe der Gebärmutter, Vorhandensein und Wachstumsverhalten von Myomen und anatomische Besonderheiten. Bei Spiralenträgerinnen kontrolliere ich routinemäßig auch die Lage der Spirale. An den Eierstöcken kann ich Hinweise auf Entzündungen sehen, bei jüngeren Frauen treten bisweilen funktionelle Zysten auf, die ungefährlich sind und meist ohne Therapie wieder verschwinden, weiters kann man das Heranreifen von Eibläschen sehen. Seltener finde ich komplizierte Zysten oder karzinomverdächtige Veränderungen am Eierstock, die natürlich unbedingt weiter abgeklärt werden müssen. Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke sollte bei jüngeren Frauen unbedingt durchgeführt werden, wenn entsprechende Beschwerden auftreten oder bei Verdacht auf Eierstockentzündung oder Eileiterschwangerschaft. Zur sicheren Diagnose ist hier meist eine zusätzliche Blutabnahme notwendig. Bei älteren Patientinnen steht die Krebsvorsorge im Vordergrund, der Eierstockkrebs ist Gott sei Dank selten, hat aber meist einen schnellen Verlauf. Auch Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, sollten das Jahresintervall für die gynäkologische Untersuchung einhalten.

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Brustuntersuchung


Bei der Brustuntersuchung möchte ich Ihnen in erster Linie zeigen, wie Sie eine Selbstuntersuchung durchführen sollen. BrustkontrolleFür Ihre Brust sind Sie selbst die beste Spezialistin, Sie kennen ihre Brust und können Veränderungen meist früher feststellen als ein Fremduntersucher. Wenn Schmerzen im Drüsenkörper der Brust mit Rötung und Hitzegefühl auftreten oder Sie eine erbsen- oder bohnengroße Verdichtung tasten, sollten Sie meine Ordination rasch aufsuchen. Entzündliche Brusterkrankungen sind zwar außerhalb der Stillzeit selten, müssen aber umgehend antibiotisch behandelt werden. Bei getasteten Knötchen in der Brust habe ich die Möglichkeit einen Brustultraschall durchzuführen, eine zusätzliche Mammographie beim erfahrenen Radiologen ist aber fast immer notwendig, um eine Diagnose zu stellen. Die Tast- oder Ultraschalluntersuchung stellt keinen brauchbaren Ersatz für die Mammographie dar. Neben der Selbstuntersuchung sind regelmäßige Mammographiekontrollen die wichtigsten Maßnahmen zur Früherkennung des Brustkrebs.

Eine kurze Anleitung für die Selbstuntersuchung der Brust finden Sie hier.

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© Dr. Walter Paulik 2002-2006

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