Die genaue Wirkungsweise der Kupferspirale ist nicht bis ins letzte erforscht. Fest steht, dass das ständig in kleinen Mengen abgesonderte Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert, sodass sich kein Ei einnisten kann. Zudem werden die Samen durch das Kupfer in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, sodass es zu keiner Befruchtung kommen kann. Abgesehen davon löst die Spirale auch eine Abwehrreaktion der Gebärmutterschleimhaut gegen den Fremdkörper aus.
Die Kupferspirale kann jederzeit entfernt werden und Sie können gleich nach dem Entfernen wieder schwanger werden.
Bevor die Spirale eingesetzt werden kann, muss eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden. Hierbei kann geklärt werden, ob irgendwelche Grunderkrankungen (wie chronische Entzündungen der Geschlechtsorgane, starke Blutungsstörungen oder Regelschmerzen) oder körperliche Gegebenheiten vorliegen, die gegen das Einsetzen einer Kupferspirale sprechen. Bei Frauen, die noch nie geboren haben, kann es vorkommen, dass die Gebärmutter sehr klein ist, und sich eine Kupferspirale nur schwer setzen lässt - in solchen Fällen kann es notwendig sein, alternative Verhütungsformen zu überlegen.
Nach der Voruntersuchung wird ein Termin für das Einsetzen vereinbart. Dieser sollte idealerweise in die Zeit Ihrer nächsten Monatsblutung fallen, da dann der Gebärmutterhalskanal etwas geöffnet ist. Unmittelbar nach der Geburt kann die Kupferspirale auch dann schon eingesetzt werden, wenn Sie noch keine Monatsblutung haben. Bei der Voruntersuchung bekommen Sie ein desinfizierendes Scheidenzäpfchen verschrieben, das Sie am Abend vor dem Einlegen der Spirale in die Scheide einführen sollen. Beim Einsetzen selbst kann ein leichtes, schmerzhaftes Ziehen im Unterleib auftreten und nach dem Einlegen kann es zu menstruationsähnlichen Krämpfen kommen, die aber nach kurzer Zeit abklingen sollten. Falls Sie eher schmerzempfindlich sind, kann das Einlegen und Entfernen der Kupferspirale unter einer schmerzstillenden Behandlung ausgeführt werden.
Nach 4-12 Wochen wird bei einer Kontrolluntersuchung der Sitz der Spirale kontrolliert, danach sind ganz reguläre halbjährliche bis jährliche gynäkologische Kontrollen vorgesehen.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Partner den Rückholfaden der Spirale beim Geschlechtsverkehr spürt - in einem solchen Fall kann der Faden gekürzt werden.
Nach neueren Untersuchungen erhöht die Kupferspirale das Risiko, an schweren Unterleibsentzündungen zu erkranken, nicht. Wenn Sie Anzeichen einer Entzündung spüren (Schmerzen im Unterbauch, Ausfluss, Fieber), sollten Sie sich dennoch sofort gynäkologisch untersuchen lassen. Besonders unbehandelte Entzündungen der Eierstöcke können nachhaltige Folgen (bis hin zur Unfruchtbarkeit) nach sich ziehen. Bei einer Entzündung der Gebärmutter oder der Eileiter muss die Kupferspirale sofort entfernt werden. Falls Sie unter starken Menstruationsbeschwerden leiden oder anfällig für Infektionen sind, sollten Sie ein anderes Verhütungsmittel (eventuell eine Hormonspirale) in Erwägung ziehen. Bei ca. 1 Prozent aller Frauen muss die Kupferspirale wegen zu großer Schmerzen oder zu langwieriger Blutungen wieder entfernt werden. Die Kupferspirale schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Der einzige wirksame Schutz ist die zusätzliche Verwendung eines Kondoms.
© Dr. Walter Paulik 2002-2010
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