Besonders die erste Zeit der Schwangerschaft ist auch von zahlreichen Beschwerden begleitet. Viele Frauen leiden unter Übelkeit, Abgeschlagenheit, Schmerzen in der Brust und einem Ziehen in der Leistengegend. All diese Symptome entstehen dadurch, dass sich der Körper auf die Schwangerschaft einstellen muss. Die Ausschüttung der Schwangerschaftshormone bringt zu Beginn Übelkeit und Müdigkeit mit sich, viele Frauen sind auch seelisch niedergeschlagen und werden von Zweifeln und Sorgen geplagt. Suchen Sie Unterstützung bei FreundInnen und Verwandten, die Ihnen in dieser Zeit etwas zur Hand gehen und mit denen Sie über Ihre Sorgen und Ängste sprechen können.
Das unangenehme leichte Ziehen im Bauch und in der Leistengegend wird durch das schnelle Wachstum der Gebärmutter hervorgerufen und auch die Brüste stellen sich schon in der Frühschwangerschaft auf Ihre spätere Funktion ein. Auch wenn diese "Symptome" sehr unangenehm sein können, sind sie doch Zeichen, dass Ihr Körper schwanger ist und als solche eigentlich positiv zu sehen. Sollten sich die Bauchschmerzen verstärken oder eine Blutung hinzukommen, ist eine Kontrolle notwendig. Fragen Sie auch dann bei uns nach, wenn Sie beunruhigt oder nicht sicher sind, ob es sich um "harmlose" Schwangerschaftsbeschwerden handelt.
Die Beschwerden der Frühschwangerschaft legen sich meist nach der 15. Schwangerschaftswoche (=SSW) und sind oft mit den ersten Kindsbewegungen schon wieder vergessen. Der Abgeschlagenheit der Frühschwangerschaft folgt bei vielen Frauen zwischen der 20. und 30. SSW eine Phase voller Energie und Tatendrang. Hier können Sie die Schwangerschaft richtig genießen - überlasten Sie sich aber nicht.
Erst mit dem Nahen der Geburt und der zunehmenden Größe der Kindes nehmen die Beschwerden wieder zu. Mit fortschreitender Schwangerschaft können vor allem durch das zunehmende Gewicht Probleme entstehen: Die Gelenke, deren Bänder durch die Schwangerschaftshormone gelockert werden, werden überdurchschnittlich belastet und können schmerzen, durch das Gewicht des Kindes, das auch auf der Blase lastet, wird der Harndrang größer und auch Wassereinlagerungen im Gewebe sind oft zu bemerken. Viele Schwangere leiden auch unter Sodbrennen, Verstopfung und Krämpfen. Sollten Sie ein regelmäßiges Ziehen im Unterbauch bemerken oder sollte der Bauch in regelmäßigen Abständen hart werden, kontaktieren Sie uns umgehend. Es kann sich dabei um Wehen handeln.
ÜBELKEIT:
Die meisten Schwangeren leiden bis zur 13., 14. Schwangerschaftswoche an Übelkeit, die besonders morgens sehr unangenehm sein kann.
SODBRENNEN:
Die Schwangerschaftshormone bewirken, dass nicht nur die Gebärmutter immer weicher und geschmeidiger wird, auch die Klappe zwischen Speiseröhre und Magen lockert sich, sodass Nahrung und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen kann. Wenn in der späteren Schwangerschaft dann auch noch das Kind von unten gegen den Magen drückt, verstärken sich die Beschwerden noch weiter.
VERSTOPFUNG:
Im Zuge der Schwangerschaft wird die Darmmotorik immer mehr gebremst, sodass die meisten Schwangeren unter Verstopfung oder sehr trägem Stuhlgang leiden. Auch hier kann Abhilfe geschaffen werden.
KRAMPFADERN:
KRÄMPFE:
Krämpfe kommen in der Schwangerschaft häufig vor. Hier kann die Einnahme von Magnesium (enthalten v.a. in grünen Gemüsen und Hülsenfrühten) bzw. Magnesiumpräparaten helfen.
VERMEIDUNG VON SCHWANGERSCHAFTSSTREIFEN:
Durch die schnelle Gewichtszunahme und Dehnung des Gewebes an Bauch und Brust kann es zu sogenannten Schwangerschaftsstreifen (=Striae), Rissen im Gewebe, die auch nach Abheilung noch perlmuttfarbene Narben hinterlassen, kommen. Vorbeugen können Sie, indem Sie sich ausreichend bewegen und die entsprechenden Körperregionen regelmäßig mit Massageölen oder -cremen sanft massieren. Achten Sie auch auf eine gleichmäßige Gewichtszunahme.
BLUTUNGEN:
In 20% aller Schwangerschaften kann es zu leichten Blutungen kommen. Diese können auch nach der Untersuchung auftreten, sind dann aber fast immer harmlos. Wenn Sie eine leichte Blutung bemerken, sollten Sie sich einige Tage schonen, auf Geschlechtsverkehr verzichten und sich einen Kontrolltermin geben lassen. Bei starken Blutungen muss sofort eine medizinische Kontrolle erfolgen.
© Dr. Walter Paulik 2002-2006
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