Achten Sie in der Schwangerschaft auf eine ausgeglichene, ballaststoffreiche und vollwertige Ernährung. Sie und Ihr Kind brauchen nun immer mehr Nährstoffe, gleichzeitig steigt der Energiebedarf nur langsam - versuchen Sie also nicht die Menge, die Sie zu sich nehmen, zu steigern, sondern qualitativ hochwertigere Lebensmittel zu sich zu nehmen.
Statt wenigen üppigen Mahlzeiten sollten Sie eher kleine Portionen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Optimale Getränke sind ungesüßter Kräutertee, Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte. Schwarztee, koffeeinhältige Limonaden (Cola) und Kaffee sollten Sie nur in Maßen genießen. Reduzieren Sie auch den Zuckergehalt Ihrer Nahrung, vermeiden Sie Fast food und fettreiche Snacks. Greifen Sie lieber zu Obst, Gemüse, Nüssen, Müsliriegeln und Trockenfrüchten und würzen Sie mit frischen Kräutern. Genießen Sie hin und wieder auch eine Süßigkeit, denken Sie aber daran, dass übermäßiger Genuss von Eis, Schokolade und Torten zu einer hohen Gewichtszunahme führen und Sie auch anfälliger für Infektionen machen kann. Salzreiche Snacks (Chips, Soletti usw.) begünstigen die Wassereinlagerung im Gewebe, unter der viele Schwangere besonders gegen Ende der Schwangerschaft zu leiden haben.
Bei der Zusammensetzung der Mahlzeiten achten Sie darauf, dass sie immer aus ausreichenden Beilagen (Reis, Kartoffeln, Nudeln) mit Gemüse und/oder Salat sowie einer kleinen Portion Fisch oder Fleisch bestehen. Als Nachspeisen eignen sich besonders Joghurts mit frischen Früchten, fettarme Puddings oder frische Obstspeisen.
Für Zwischendurch eignen sich Vollkornbrote mit Kräuteraufstrichen oder wenig Wurst und frischen Tomaten, Gurken oder Paprika, erfrischende Salate (z.B. Nudelsalat, Tabouleh...), Müslis, Joghurts, Fruchtkuchen oder Obst. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen, gehen Sie öfters mit Ihrem Partner oder Freunden essen (mit dem Baby werden Sie dazu wahrscheinlich längere Zeit keine Gelegenheit mehr haben) und genießen Sie auch in dieser Beziehung Ihre Schwangerschaft.
Wegen der Infektionsgefahr (z.B.: Toxoplasmose) sollten Sie in der Schwangerschaft den Verzehr roher oder halbroher tierischer Produkte (Rohkäse, rohes oder halbgegartes Fleisch) meiden.
In der Regel
sind Reisen in der Schwangerschaft kein Problem, soweit die Anfahrt nicht zu lang und strapaziös für Sie ist und Sie sich prinzipiell wohl fühlen. Optimal sind Bahn und Schiffsreisen, da Sie sich auch während der Fahrt frei bewegen können und die Sitze meist größere Bewegungsfreiheit bieten. Sollten Sie längere Autofahrten vorhaben, müssen Sie genügend Pausen einplanen, um sich ausgiebig die Füße vertreten zu können. In der Schwangerschaft erhöht sich das Thromboserisiko, weswegen zu langes angespanntes Sitzen vermieden werden sollte. Achten Sie auch darauf, dass Sie beim Anschnallen den Beckengurt nicht quer über den Bauch, sondern über den Beckenknochen führen. Flugreisen können in der Schwangerschaft problemlos durchgeführt werden, manche Fluglinien verlangen aber ab der 20. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest. Für sehr lange Flugreisen gilt das gleiche wie für Autofahrten: Versuchen Sie, sich hin und wieder die Beine zu vertreten bzw. die Beine immer wieder hochzulagern. Informieren Sie sich auch rechtzeitig über die örtliche medizinische Versorgung und die vorgeschriebenen Impfungen. Nicht alle Impfungen können während der Schwangerschaft verabreicht werden.
Viel Bewegung an der frischen Luft ist für Sie und Ihr Kind nur von Vorteil - sofern Sie sich nicht überanstrengen und keine Sturzgefahr besteht. Gemäßigter Sport macht Sie fit für die Geburt, kann Thrombosen,
Wassereinlagerungen und Schwangerschaftsstreifen vorbeugen und hilft Ihnen, Ihr Gewicht während der Schwangerschaft besser im Griff zu halten. Ideale Bewegungsformen sind Schwimmen, Spazierengehen, sanfte Gymnastik, Radfahren und Yoga. Sie können so Ihre Verdauung anregen, ausgiebig Sauerstoff tanken und viel Kraft und Energie für die Geburt sammeln. Achten Sie aber darauf, dass ausgedehnte Wanderungen über 2000 Höhenmeter nicht unbedingt zu empfehlen sind, da hier die Luft zu wenig mit Sauerstoff angereichert ist. Auch Ausflüge in Thermalbäder sind in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen, da die Infektionsgefahr im warmen Wasser steigt. Vermeiden Sie alle Sportarten bei denen das Risiko von Stürzen und Stößen gegen die Gebärmutter besteht. Eislaufen, Reiten, Skifahren (auch Langlaufen!), Klettern, Mannschaftsspiele, Tauchen und Judo sind nicht geeignet. Laufen mit gut gefederten Schuhen soll aber weiter betrieben werden.
Welche Sportart Sie für sich auch wählen, betreiben Sie sie in Maßen und hören Sie sofort auf, wenn Sie sich überanstrengt fühlen. Falls Sie sich unsicher sind, ob eine Sportart für Sie geeignet ist, oder falls in früheren Schwangerschaften Komplikationen oder Fehlgeburten aufgetreten sind, fragen Sie bei uns nach. Wir können Sie gezielt darüber beraten, welche Bewegungsformen Ihnen gut tun könnten.
© Dr. Walter Paulik 2002-2006
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