Auch wenn die Hormonersatztherapie (HRT) in den letzten Monaten in Verruf gekommen ist, stellt ein Ersatz der fehlenden Hormone bei entsprechenden Beschwerden in den Wechseljahren die wirksamste Therapieform dar. Mehrere Studien vor allem aus den USA haben aufgezeigt, dass nicht nur das Brustkrebsrisiko bei Langzeitanwendung der weiblichen Hormone ansteigt, sondern dass der schützende Effekt auf das Gefäßsystem leider nicht bei allen Frauen festgestellt werden konnte. Insbesondere bei Anwenderinnen, die an einer Krankheit des Gefäßsystems litten, waren die Nebenwirkungen vor allem im ersten Jahr der Anwendung deutlich erhöht. Diese Studienergebnisse führen nunmehr zu einer kritischen Neubewertung der HRT. Die individuell angepasste Hormontherapie erscheint wichtiger denn je, nur Frauen, die auch wirklich von einer HRT profitieren sollten Hormone einnehmen. Wenn sie die Zahlen zur Erhöhung des Brustkrebsrisikos wissen wollen, finden sie diese hier.
Nach wie vor ist der Ersatz der fehlenden Hormone bei starken Wechselbeschwerden die einzig wirksame und sinnvolle Therapie. Ein Behandlungszeitraum bis zu 3 Jahren steigert nach derzeitigen Wissensstand auch nicht das Risiko, an einem Brustkrebs zu erkranken. Bei Wechselbeschwerden richtet sich die Wahl des Hormonpräparates nach dem Stadium in dem sich die betroffene Frau befindet. In der Zeit der frühen Wechseljahre stehen meist Blutungsstörungen und prämenstruelle Beschwerden im Vordergrund, die in erster Linie durch einen Mangel an Gelbkörperhormon hervorgerufen werden. Demzufolge wird eine HRT in der Prä- und Perimenopause eher gestagenbetont sein, während bei der Behandlung von später auftretenden Wechselbeschwerden wie Wallungen, Haut-und Schleimhautschäden, Inkontinenz und Osteoporose die Östrogenkomponente von größerer Bedeutung ist. Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, müssen allerdings zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut vor überschießendem Wachstum immer auch eine gewisse Menge an Gelbkörperhormon einnehmen. Die Hormonersatztherapie kann auf viele verschiedene Arten erfolgen. Neben Tabletten (Dragees) stehen Pflaster, Gele und Injektionspräparate zur Verfügung. Welche der genannten Darreichungsfomen im individuellen Fall die beste ist, muss je nach Begleiterkrankungen und persönlichen Vorlieben herausgefunden werden. Im reiferen Alter, wenn vor allem die Hormonwirkung auf die Vaginalschleimhaut erforderlich ist, reicht meist eine lokale Therapie mit Vaginalcremen und/oder Zäpfchen aus. Diese wird mit einem weniger aktiven Östrogen durchgeführt und hat nicht die üblichen Nebenwirkungen einer HRT.
Nebenwirkungen:
Neben der guten Wirksamkeit gegen Wechselbeschwerden haben Hormone auch andere positive Wirkungen:
© Dr. Walter Paulik 2002-2006
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