Osteoporose





Allgemeine Informationen zu Osteoporose


Unter Osteoporose versteht man eine systemische Knochenerkrankung, die mit einer Verminderung der Knochenmasse und Verschlechterung der Knochenqualität einhergeht. Damit verbunden ist eine Erhöhung der Knochenbrüchigkeit. Es kann dabei zu spontanen Brüchen, ohne entsprechende Belastung kommen. An sich ist die Osteoporose eine typische Erkrankung des höheren Alters, die Wurzeln dafür liegen aber oft schon in der Jugend und häufig auch in den Genen. Etwa bis zum 35. Lebensjahr wird vom Körper Knochenmasse aufgebaut. Abhängig von Veranlagung, Ernährung und körperlicher Aktivität wird eine individuelle, maximale Gesamtknochenmasse erreicht. Mit fortschreitendem Alter wird im Rahmen des Knochenumbaus mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut, was zu einer stetigen Abnahme der Knochenfestigkeit führt. Die Osteoporose ist eine sehr stark im Steigen begriffene Erkrankung, die nicht nur mit sehr viel persönlichem Leid, sondern meist auch mit sehr hohen Kosten für das Gesundheitssystem und die Allgemeinheit verbunden ist. Dem Rechnung tragend werden seit einigen Jahren viele Mittel für Aufklärung, Forschung und Entwicklung neuer Untersuchungs- und Heilmethoden zur Verfügung gestellt und vieles ist im Fluss. Eigenverantwortung, Wissen um die individuellen Risikofaktoren und entsprechende Vorsorge wird aber jedem einzelnen nicht erspart werden können. Fehlernährung, Bewegungsarmut, Nikotin und Alkohol stören einen optimalen Knochenaufbau und führen oft schon bei jüngeren Menschen zu einer schlechteren Knochenqualität.

Um die Wechseljahre herum kann das Wissen um die Knochenqualität eine weitreichende Entscheidungshilfe sein, ob eine Hormonersatztherapie zu empfehlen ist. Schlechte Knochendichtewerte bei jüngeren Frauen (unter 60 Jahren) erhöhen zwar noch nicht das Risiko, osteoporotische Brüche zu erleiden, die Ausgangslage für die Zeit des kontinuierlichen Knochenmasseverlusts ist aber ungünstig und etwa ab dem 60. Lebensjahr steigt bei schlechten Knochendichtewerten die Gefahr von Knochenbrüchen extrem an. Gerade was den Knochen betrifft, ist Vorbeugung sehr gut und Heilung oft nicht oder nur sehr schwer möglich. Hier finden Sie nähere Informationen, wie Sie bei uns in der Ordination Ihre Knochenqualität überprüfen lassen können.

Und es ist nie zu spät! Eine an das Alter der Patientin und den Krankheitsgrad angepasste medikamentöse und Bewegungstherapie, begleitet von Maßnahmen, die den Alltag sicherer und leichter gestalten, können sehr viel zu Erhalt oder Wiedererlangung von Lebensqualität bis ins hohe Alter beitragen. Und schließlich wollen wir alle alt werden - aber so gesund und selbständig wie möglich.

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Knochenbrüche


Die häufigsten osteoporotischen Brüche sind Wirbelkörpereinbrüche, vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule, die manchmal auch unbemerkt von statten gehen. Wirbelkörpereinbrüche führen zu Verkrümmung und Verkürzung der Wirbelsäule, Verkleinerung des Brust- und Bauchraums, Ausbildung eines "Buckels" und Verminderung der Körpergröße. Neben den Schmerzen von der Wirbelsäule her, treten auch oft Atembeschwerden und Zug- und Druckschmerzen im Bauchraum auf. Der gefürchtetste osteoporotische Bruch ist der Oberschenkelhalsbruch, vor allem wegen der hohen Komplikationsrate und oft daraus resultierender Pflegebedürftigkeit. Der Bruch des Unterarms ist oft der erste Hinweis auf eine vorliegende Osteoporose und insgesamt der dritthäufigste der osteoporotischen Brüche.

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Risikofaktoren


Verschiedene Risikofaktoren können den Knochenaufbau stören, bzw. den Knochenmasseverlust beschleunigen. Bei Frauen um die Wechseljahre stellt der Hormonmangel einen gravierenden Risikofaktor dar, Bewegungsarmut, Mangelernährung, Darm- und Magenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, langdauernde Cortison- oder Antiepleptikaeinnahme, manche maligne Erkrankungen, sowie Calcium- und Vitamin D- Mangel führen zu einer schlechten Knochenqualität. Außerdem tritt die Osteoporose sehr stark familiär gehäuft auf, wird also weitervererbt. Oberschenkelhalsbrüche in der Familie (Mutter, Schwester) erhöhen das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken, sehr stark. Wenn man selbst schon einmal einen osteoporotischen Bruch erlitten hat, ist das Risiko einen weiteren Bruch zu erleiden sehr hoch, unabhängig von den aktuellen Ergebnissen einer Knochendichtemessung. Auf der Seite der International Osteoporosis Foundation (www.osteofound.org) finden Sie einen Osteoporose-Risikotest.

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Vorbeugung und Therapie


Da sich die Knochenfestigkeit aus der Knochenmasse und der Knochenqualität ergibt, steht die Verbesserung der Knochenqualität und die Hemmung eines beschleunigten Knochenabbaus bei der Vermeidung von osteoporotischen Brüchen im Vordergrund. Eine gesunde Lebensführung unter Vermeidung von Risikofaktoren, ausreichende Bewegung, die den Knochen in seiner natürlichen Funktion trainiert und die Muskulatur stärkt, wie auch, wenn´s sein muss, rechtzeitiger Einsatz von entsprechenden Arzneimitteln tragen in hohem Maße zur Vermeidung des Vollbildes der Erkrankung Osteoporose bei. Viele Gemeinden, Bewegungstherapeuten und Fitnessstudios bieten spezielles Osteoporoseturnen an, bei dem man nicht nur Muskulatur gezielt trainieren kann, sondern auch lernt, Stürze zu vermeiden und das Verletzungsrisiko zu vermindern. Gerade im höheren Alter sollte man solche Angebote nützen, um sich die körperliche Selbstständigkeit zu bewahren. Wie für fast alle Körperfunktionen gilt auch für den Knochen ganz besonders "use it or loose it" ("verwende es, oder du wirst es verlieren") und eine, dem Krankheitsbild angepasste Gymnastik sollte eine Osteoporosetherapie unbedingt begleiten. Mit zunehmendem Alter wird die Vitalstoffaufnahme aus dem Darm immer schlechter, gleichzeitig steigt aber der Bedarf. Auch bei ausgewogener Ernährung kann es leicht zu einem Mangel kommen. Daher steht an erster Stelle der medikamentösen Therapie eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vit D. Schon bei erhöhtem Risiko und/oder Knochendichtemesswerten, die eine verminderte Knochendichte (Osteopenie) zeigen, sollte eine regelmäßige Einnahme von entsprechenden Präparaten in Betracht gezogen werden.

Wenn schon eine Osteoporose besteht, gibt es Medikamente, die die Bruchfestigkeit des Knochens erhöhen können. Um die Wechseljahre herum helfen Hormone oder am Knochen hormonartig wirkende Arzneimittel sehr gut, im fortgeschrittenen Alter oder wenn keine Hormone genommen werden sollen, steht die Substanzgruppe der Bisphosphonate zur Verfügung. Calcium und Vit. D sollten zusätzlich eingenommen werden. Eine Knochendichtemessung kann Ihnen einen Hinweis auf Ihre derzeitige Knochensituation liefern und eine bessere Risikoeinschätzung ermöglichen.

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Diagnoseverfahren


Es stehen heute mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um die Knochenqualität zu beurteilen, wenngleich keine der Methoden für alle Fragestellungen gleich gut geeignet ist.

Röntgen: In einem Wirbelsäulen-, oder Hüftröntgen werden bereits durchgemachte osteoporotische Brüche sichtbar. Wirbelkörpereinbrüche kommen manchmal als Zufallsbefund zum Vorschein und sollten immer Anlass sein, weiter in Richtung Osteoporose zu untersuchen. Dieses Verfahren ist zur Früherkennung leider nicht geeignet, die Knochenqualitätsminderung wird erst evident, wenn bereits Schäden entstanden sind. Zur Beurteilung einer "DEXA Messung" ist v.a. in höherem Alter ein zusätzliches Wirbelsäulenröntgen notwendig.

Knochendichtemessungen:

DEXA-Messung: Eine Röntgenmethode, bei der mit sehr geringer Strahlenbelastung die KnochendichtemessungKnochenmineralstoffdichte im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Hüfte, bzw. des Oberschenkels bestimmt wird. Die bislang am besten untersuchte Methode zur Knochendichtemessung ist auch diagnostische Grundlage der Osteoporoseklassifizierung der WHO. Um die eindeutige Diagnose "Osteoporose" mit allen therapeutischen Folgen, stellen zu können, muss ein entsprechender Röntgen- oder DEXA-Befund vorliegen. Die Methode liefert bei degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule keine verlässlichen Ergebnisse und ist bei Wechsel des Gerätetyps und Untersuchers für Verlaufskontrollen nur bedingt geeignet. Wollen Sie mehr über die Auswertung der Messergebnisse erfahren, dann klicken Sie hier.

Ultraschallmessung: Neuere, strahlungsfreie Methoden messen die Geschwindigkeit des Ultraschalls im Knochen bzw. die Abschwächung des Schalls durch den Knochen selbst. Naturgemäß liegen für diese Methoden noch keine Langzeitstudien vor, die vorliegenden Studienergebnisse sprechen aber für eine sehr gute Vorhersage des tatsächlichen Bruchrisikos. Der Einfluss des inneren Aufbaus des Knochens kommt stark zu tragen, die Knochenarchitektur bestimmt in hohem Maß das Messergebnis. Als Screeningmethode ist die Ultraschalluntersuchung gut geeignet, um eine erhöhte Bruchgefahr herauszufiltern, bei krankhaften Werten oder speziellen Fragestellungen muss aber unter Umständen eine zusätzliche DEXA-, Röntgen- oder andere Untersuchung angeschlossen werden. Mehr über die Auswertung der Messergebnisse finden Sie hier.

Andere Untersuchungen:

Quantitative CT: Die computertomografische Methode liefert tatsächliche Knochendichtewerte in mg/cm³. Diese Untersuchung liefert exakte Ergebnisse, bringt aber eine höhere Strahlenbelastung mit sich und hat eine eher geringe Aussagekraft, was das zukünftige Knochenbruchrisiko betrifft.

Knochenbiopsie: Die Knochenbiopsie stellt einen chirurgischen Eingriff mit Entnahme einer Knochenprobe dar. Es handelt sich dabei um die einzige Methode, bei der man die Knochenstruktur tatsächlich vor Augen hat. Diese Untersuchung ist nur bei ganz speziellen Fragestellungen von Nöten.

Laboruntersuchungen: Über eine Blutuntersuchung lassen sich verschiedene Knochenabbauprodukte und/oder Begleitstoffe des Knochenstoffwechsels bestimmen. Damit können zusätzliche Informationen über die Aktivität des Knochenstoffwechsels oder über mögliche internistische Ursachen einer Osteoporose gewonnen werden.


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© Dr. Walter Paulik 2002-2006

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